
Hallo meine Lieben!
Endlich melde ich mich wieder.
Mich hat im November erstmal die Grippe über eine Woche lahmgelegt. Erst war es nur Husten und ein bisschen Übelkeitsgefühl…dann ist meine Stimme weggegangen und ich war einfach völlig kaputt und durch den Wind. Zum Glück gibt es aber die homöopathie und so war ich schon nach einer WOche (also drei tage nachdem ich das Mittel genommen habe) schon wieder so fit, dass ich doch nach Palermo fahren konnte.
Am 28. November abends ist dann Jonas aus Genua gekommen. Jonas ist ein Freund von mir, den ich in Siena kennengelernt habe, der Belgier ist und auch grade Erasmus macht.
Er hat dann bei mir übernachtet und am nächsten Morgen haben wir den Flieger von Pisa nach Trapani genommen, das etwa zwei stunden entfernt von Palermo liegt und ganz im Westen von Sizilien an der Küste liegt.
Vom Flughafen sind wir zunächst mit dem Bus in die Stadt Trapani gefahren und danach dann weiter mit einem anderen Bus nach Palermo. schon an der Bushaltestelle lungerten ganz viele Jugendliche rum die offensichtlich nichts zu tun hatten und auch sonst konnte man die Armut, die auf Sizilien herrscht förmlich sehen.
Die Wegetation ist auch ganz anders. Gar nicht so viel Wein und so weiter wie in der Toskana, sondern eher viele Palmen und Kakteen…viel afrikanischer.
Als wir dann in Palermo durch die Stadt fuhren mit dem Bus habe ich mich schon etwas erschrocken, weil es auf den ersten Blick erstmal recht hässlich wirkt, mit vielen zerfallenen Gebäuden und besonders an der Seite wo wir nach Palermo reingefahren sind, waren auch noch ganz fiese Hochhaussiedlungen. Ab und an konnte man schon etwas von der Schönheit von Palermo erkennen, zum Beispiel als wir an den mit allerschönsten Pflanzen und Springbrunnen gespickten riesigen englischen Garten oder dem Opernhaus vorbeigefahren sind.
Joanna (unsere Freundin, meine Zimmergenossin aus Siena, Polin, die Erasmus in Palermo macht) hat uns dann vom Bus abgeholt. Von dort war es nichtmehr weit zu ihr nach hause, weil sie direkt im Zentrum wohn, an der zentralen Einkaufsstrasse, der Via Roma. total tolle lage!!!
Sie wohnt zusammen mit anderen 9 Erasmus-Studenten: 5 Spanier, 2 deutsche, 1 Kolumbianer, der aber in deutschland studiert und noch einer Polin. Das Haus ist das absolute Chaos und Dreck, mit drei halb-funktionierenden Badezimmern und einer total überquillenden Küche. Trotzdem ist es aber sehr lustig und ich hab mich dort sehr wohl gefühlt. am Anfang war es zwar etwas ekelig, aber nach eins-zwei Tagen hatte ich mich daran gewöhnt und es ist wirklich spannend mit so vielen verschiedenen Menschen auf einem Haufen zu wohnen.
Typisch Joanna war natürlich das erste, was sie gemacht hat, eine Flasche Wein zu öffnen ![]()
Ich musste natürlich noch vorsichtig sein, aber einen Willkommensumtrunk kann man ihr nicht verwehren.
Abends sind wir dann noch ganz toll und günstig Essen gegangen: Pasta mit Fisch als primo und Riesengambas mit reis und ganz tollem gemüse als secondo….alles für 10 euro. in einer ganz gemütlichen Seitengasse. Leider habe ich davon kaum Fotos, weil die alle noch auf Joannas PC schlummern, aber die werden nachgereicht. Wir sind dann noch zu einer Bar gegangen, wo immer Erasmus-Parties sind. Nach einiger Zeit haben Joanna und ich angefangen zu tanzen, wie wir halt sind. Nach weniger als einer Stunde ahben wir es aber nichtmehr ausgehalten vor den ganzen Sizilianern auf der Tanzfläche wegzurennen, die die ganze zeit unsere Haare angegrabscht haben….furchtbar! Die Sizilianerinen tanzen gar nicht und stehen nur rum…und mit solchen Männern kann ich auch verstehen warum. Wir haben dann noch zu hause ein bisschen gequatscht und sind dann totmüde ins Bett gefallen
am nächsten Tag, Freitag haben wir erstmal die komplette tour gemacht und ganz viel besichtigt: 4 Kirchen, eine Bibliothek, einen Palast und natürlich die Strassen der Stadt. Es ist alles sehr beeindruckend dort…die ganze Stadt wurde von so vielen verschiedenen Kulturen beherrscht und beeinfluss. Es waren die Nomannen dort, die Carthager, natürlich die Römer, und noch alle möglichen anderen. Zum Beispiel der nomannische Palast wurde von allen diesen Kulturen benutzt, immer wieder halb zerstört, beispielsweise von erdbeben, dann hat diejenige Kultur die gerade ansässig war, den teil der zerstört wurde wieder aufgebaut aber natürlich in ihrem Stil und nicht in dem Stil von davor und so ist alles ein großer schmelztiegel. Auch die Kirchen. teilweise Barock mit gemälden im Hinteren teil, im vorderen Teil dagegen mit byzantinischen Gold-Mosaiken, aber von aussen mit arabischen Kuppeln. direkt daneben steht eine mittelalterliche Kirche, die einfach ganz simpel aus Stein gebaut ist. schräg gegenüber eine Kirche, die komplett mit weissem roten und grünen Marmor ausgeschmückt ist…naja so könn
te ich immer weiter erzählen….
Am abend dann, als ich schon kaum noch laufen konnte, sind wir dann richtung Hafen eine Pizza essen gegangen, in einem Viertel wo der ganze Müll auf der Strasse steht, die Pflastersteine schon gar nicht mehr als solche zu bezeichnen sind und alles nach Fisch stinkt. Die Pizza aber war sehr lecker!
Danach sind wir noch an dem ältesten Baum vorbeigekommen, einem riesigen Mandelbaum, dem immer neue Stämme aus seinen Lianen wachsen, sind an der Uni vorbeigekommen (zumindest einem Gebäude), sind noch kurz ans Meer gegangen und dann zum nachtisch in die beste Pasticceria um eine Savoia (dickes Kakao-Schoki Kuchen-Gebäck)(Joanna und ich)oder einen Cannollo( mit Ricotta-creme gefüllte Waffelrolle) (Jonas) zu essen. Ricotte ist sowieso die spezität on Sizilien. Da gibt es einfach alle mit Ricotta und alle speziellen sachen (ausser der Arancinis) haben irgendwas mit Ricotta zu tun.
Auf dem Rückweg sind wir dann noch an einer alten Kirche vorbeigekommen, deren Dach komplett weg ist, in der zwei Bäume wachsen und die als Freiluft-Bühne benutzt wird und wunderschön ausgeleuchtet ist.
*Puh* anstrengender Tag 1….Joanna und Jonas sind danach noch feiern gegangen, aber ich wollte mich doch noch nicht überfordern mit meiner Krankheit und bin zu hause geblieben. Besonders weil wir am nächsten Tag schon wieder um 7 aufstehen mussten um nach Segesta zu einem hellenistischen Tempel und einem römisch-griechischen Amphitheater zu fahren…..aber das seht selbst auf den Fotos:

http://www.facebook.com/album.php?aid=22445&l=93481&id=603282255
Auf dem Rückweg von Segesta wollten sie uns fast nichtmehr mit nach hause nehmen, weil der Bahnhof absolut Provinz ist…dort gibt es nicht einmal einen Fahrkartenautomaten…geschweige denn einen Schalter. Im Zug kann man aber auch keine Tickets kaufen. All das wussten wir natürlich vorher nicht und haben nur ein einfaches Ticket gekauft, kein hin- und zurück. Zum Glück haben sie uns dann doch mitgenommen ohne dass wir strafe zahlen mussten, nachdem ich ihnen versprochen habe, dass wir gleich im Bahnhof in Palermo die Tickets nachlösen würden.
Auf dem Rückweg sind wir dann noch am Supermarkt vorbei um für den kommenden Tag, Sonntag einzukaufen (1.Advent)…Wir haben dann eine Cassata alla Siciliana gekauft, auch eine spezialität und in etwa mit einer Panettone (italienischer Kuchen, der besonders zu weihnachten viel gegessen wird) vergleichbar ist….und noch anelli, Pasta in Ringform und alles mögliche andere.
Abends sind wir dann auf eine Party im Haus gegenüber gegangen, die von Spanischen Erasmus-Studenten gegeben wurde.
Am Anfang war es für Jonas und mich etwas schwer, weil wir ja so gut wie niemanden dort kannten. Aber nach dem ersten Bier sind wir dann mit ganz netten Freunden von Joanna ins gespräch gekommen und hatten viel Spaß. Die ganze party endete, als auf dem Hochpunkt der Party, als die WOhnung so voll von leuten war wie es niemals erlaubt sein kann plötzlich ein Belgier einem Spanier eine volle Flasche Bier über den Kopf zog, die Wände voller Blut waren, keiner wusste was passiert war und alle in Panik ausbrachen, sie würde in dem engen Gang übertrampelt.
Am Ende ist nicht viel passiert…der Spanier hatte eine Platzwunde, war aber zu besoffen um sich davon beeinträchtigen zu lassen und der Belgier hat sich irgendwo in einer Bar versteckt um nicht von den wütenden anderen 40 Spaniern gefunden zu werden, die auch auf der Party waren (Spanier haben einfach einen unglaublichen zusammenhalt untereinander. Viel stärker als alle anderen Nationen).
Nach dieser Aktion standen wir alle erstmal ne Stunde auf der Strasse (ca. 100 Leute) und haben darüber diskutiert, wie der Abend jetzt zu retten sei.
Jonas ist ins Bett gegangen und Joanna und ich sind mit den anderen noch mit auf einen Platz gegangen (in Palermo wird fast alles ienfach draussen gemacht, weil es einfach warm genug ist) wo musik gespielt und gequatscht wurde…nach viel Spaß waren wir um 4 zu hause, haben dann noch 2 stunden in der küche gequatscht und vor allem gegessen, weil wir so einen Hunger hatten und sind dann endlich um 6 im Bett gewesen-.